Wissenswertes

Thema Stress

Vor etwa 100 Jahren gab es den Begriff Stress noch nicht. Geprägt wurde der Begriff erst durch den Stressforscher Hans Selye, Einführung in die Lehre vom Adaptionssyndrom, Georg Thieme Verlag
Ein gewisses Maß an Stress tut uns Menschen gut, wir brauchen ihn zur inneren und äußeren Aktivierung. Wir fühlen uns gut, wenn wir eine Herausforderung meistern. Wir tanken für unser Selbstwertgefühl auf und gewinnen an Selbstvertrauen. Es stärkt unseren Antrieb und sorgt dafür, dass wir uns gut versorgen können. Ohne ein gewisses Maß an Stress würden wir nicht existieren können. Der eine Teil hält uns am Leben und der andere Teil behindert unser Leben. Wenn die Dosis Stress zu hoch ist, fangen wir an, daran zu erkranken.
Was ist Stress und wie wirkt es sich aus, wie können wir uns schützen?
Stress ist erst einmal eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf äußere Reize. Es ist eine psychische und oder physische Reaktion auf etwas, dass von Außen einwirkt. Unser Körper bereitet sich in unbekannten oder bedrohlichen Situationen auf Kampf oder Flucht vor.
Körperlich geschieht in der Situation folgendes: Blutdruck und Puls steigen an, Atmung geht schneller, Muskeln sind angespannt, Hormone werden stärker ausgeschüttet und sorgen so dafür, dass sehr schnell zusätzliche Energie freigesetzt wird und wir dadurch schneller reagieren können. Unsere Sinne sind in diesen Situationen geschärft und auf höchstem Niveau, im Erfassen was geschieht.
Wir benötigen diese körperliche Alarmbereitschaft nicht wirklich, da es sich beispielsweise um Anspannungen im "normalen" Alltag handelt, ist es in der Regel gar nicht erforderlich, dass wir Kämpfen oder Flüchten. Also hat unser Körper in sich einen Druck, der nun aber nicht einfach so abgebaut werden kann. Unser Körper ist vorbereitet auf eine Extremsituation und die bleibt aus. Die Abreaktion dessen, was unser Körper hochgefahren hat bleibt aus. Wenn es uns mit adäquaten Mitteln gelingt, diesen inneren Druck abzubauen, ist die Gefahr psychisch oder physisch zu erkranken gering.
Gelingt es uns nicht, diesen Druck abzubauen, bleibt unser Körper in dieser hohen Anspannung stecken. Geschehen diese Abläufe häufiger, bleiben wir in immer schwierigeren inneren Anspannungsprozessen verhaftet und reagieren mit organischen oder seelischen Erkrankungen.
Dies führt auf Dauer zu Symptomen, die uns krank machen.
Leistungsfähigkeit sinkt.
Konzentrationsfähigkeit nimmt ab.
Reizbarkeit nimmt zu.
Bluthochdruck
Immunsystem wird geschwächt.
Herz- und/oder Gefäßerkrankungen steigen an.
Lungenerkrankungen, Alpträume und/oder Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Rückenprobleme, Kopfschmerzen und/oder Migräne
Atemlosigkeit, Energielosigkeit, Gefühl der Hoffnungslosigkeit, Gefühl der Gefühllosigkeit, Machtlosigkeit, Irritierbarkeit, Vergesslichkeit
Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, sinkt.
Aber auch der Versuch der Stressbewältigung macht Symptome. Wir versuchen zu bewältigen, indem wir übermäßig oder zu wenig essen, Tabak, Alkohol oder Medikamente konsumieren um zu kompensieren, zuviel oder zu wenig schlafen, und vieles mehr.
Was sind Stressfaktoren?
Wir denken oft, die Situation ist stressauslösend, aber das wäre zu einfach gedacht. Wir Menschen haben unterschiedliche innere Bewertungsmechanismen. Jeder Mensch hat eine gewisse Individualität in sich, mit der er mit belastendenden Situationen umgeht und sie deutet. Deshalb wirken sich die Stressoren nicht auf alle Menschen gleichermaßen belastend aus.
Wir bewerten Ereignisse sehr unterschiedlich: Tod, Behinderung, Verluste, Scheidung, Armut, Ärger im Beruf oder in der Familie, Schichtarbeit, Schuldgefühle, Einsamkeit, Angst, finanzielle Schwierigkeiten, Hohe Verantwortung, Kälte, Wärme, Lärm, Hetze, hohe eigene Erwartungen, Versagensangst, Reizüberflutung, Krankheit, Wettkampf und vieles andere mehr.
Für den einen kann es eine hohe Belastung sein, während es für den anderen gut bewältigbar bleibt. Die Menschen, die selbst erst mal keine gute Stressregulation erzeugen können, sollten dies jedoch versuchen zu lernen, damit sie auf Dauer gesehen nicht an den für Stress typischen Symptomen erkranken müssen. Eine gute Selbstregulation verhindert oder reduziert möglicherweise sowohl psychische als auch physische Erkrankungen. Außerdem sind wir durch eine gute Selbstregulationsfähigkeit in unserem sozialen Umfeld und in uns selbst sicherer und gefestigter. Einige Stresssymptome können auch medizinische Gründe haben. Oft sind sie jedoch Reaktionen des Körpers auf ungenügendes Stressmanagement.
Wir können in der Regel relativ hohe Dosen an Stress ertragen bzw. verarbeiten, wenn wir insgesamt eine entspanntere Haltung einnehmen können. Hierzu gibt es reichlich Übungen wie z.B. Yoga, Meditation, Autogenes Training, PMR (progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) oder auch Imaginationsübungen. Hier können wir lernen, zu guter innerer und äußerer Ruhe zu gelangen. Jeder Mensch muss für sich selbst schauen, welche Möglichkeit der Entspannung ihm gut tut, wir sind individuelle Wesen, nicht jeder mag solche vorgegebenen Übungen, und nicht jede Übung ist für jeden Menschen geeignet. Generell ist es auch hilfreich eine grundsätzliche Überprüfung der inneren Haltung vorzunehmen. Denn unsere Einstellung kann schon vieles an innerer Haltung bewirken.
Überlegungen zur Bewältigung:Ressourcenorientierte Gedanken
Sport im Alltag einplanen.
Große Aufgaben in kleinere Aufgaben aufteilen.
Ziele focussieren und in kleinere Ziele umwandeln.
Erzielte Teilerfolge erkennen und sie wertschätzen.
Um Hilfe zu bitten.
Wir sollten uns von Menschen distanzieren, die uns nicht gut tun.
Kontrolle abgeben, die uns nicht gut tut.
Eine gute Schlafkultur möglich machen.
Bewusst schöne Dinge sehen und sich daran erfreuen.
Aus den Dingen, die nicht so gut funktioniert haben, das mitnehmen, was weiterbringt und das andere liegenlassen.
Mit Freunden offene und persönliche Gespräche führen.
Gute Nahrung zu sich nehmen.
Anschauen wie meine Pausenkultur aussieht, passt sie heute noch oder muß ich sie anpassen an meine jetzige Lebenssituation.
Uns Zeit für Musik nehmen, ganz bewusst ein Musikstück anhören und nichts dabei tun.
Einen ganz bewussten Feierabend machen.
Den Feierabend individuell so gestalten, dass wir dort viel Energie auftanken können.
Erkennen welche Form der Erholung uns persönlich besser entspricht. (Couch, Füße hoch legen, lesen, fernsehen, Freunde treffen, spazierengehen, Plaudern, Schweigen, Sport treiben, schlafen....
Nicht alles auf einmal machen, morgen ist auch noch ein Tag.

Thema Angst:
Warum haben wir Angst? Unsere Vorfahren lebten in Höhlen, weil sie dort vor wilden Tieren und Gefahren geschützt waren. Es war wichtig diese Angst zu haben, wir nennen es heute Urangst, sie war damals fürs Überleben wichtig.
Warum zittern wir vor Angst? Unser Körper ist in Alarmbereitschaft. Muskeln werden vorgewärmt. Kampf- oder Fluchtbereitschaft ist die Ursache für die körperliche Veränderung. Das Hormon Adrenalin wird in der Nebenniere produziert, wird es ausgeschüttet, aktiviert es den Körper für Extremsituationen. Viel Blut wird in die Muskulatur geleitet und dadurch werden die Muskeln warm, vergleichbar mit einem Aufwärmtraining im Fitnessstudio. Bei sehr großer Angst führt das dazu, dass die Muskeln so heftig angespannt werden, dass sie zu zittern beginnen.
Wieso schwitzen wir vor Angst? Der Organismus kühlt unseren Körper vor, weil er sich auf Kampf oder Flucht und die damit einhergehende körperliche Anstrengung einstellt. Dies geschieht völlig instinktiv.
Was geschieht bei Angstattacken im Körper. Das Herz schlägt schneller, die Verdauungsfunktion wird eingestellt, die Atmung wird flacher und wir fangen an zu schwitzen, um den Körper vorzukühlen. Alles ist für den schnellen Sprint vorbereitet beispielsweise bei der Flucht oder für die höchste Leistung beim Kampf. Der Körper zieht das Blut in Herz und Lungen, die Haut wird weniger durchblutet, deshalb ist der Angstschweiß auch kalt.
Was geschieht bei Stress in unserem Körper? Bei Stress stellt sich unser Gehirn auf Kampf- oder Fluchtmodus ein. Je älter wir werden um so automatischer (instinktiver) läuft dieser Prozess ab. Der Körper folgt uralten Gesetzen. Bei Stress wird die Blutbahn mit den Hormonen Adrenalin und Cortisol auf der Adrenalindrüse geflutet. Die Muskeln spannen sich an, Aterien ziehen sich zusammen, das Herz pumpt schneller, der Blutdruck steigt an und die Sinne sind geschärft. Dieser Zustand schädigt den Körper.