Sexualtherapie


image1Für eine erfüllende Sexualität brauchen wir nicht nur das Gefühl von "Geborgenheit und Zugehörigkeit", von "Nähe, Intimität und Vertrautheit", von "Gewollt und Akzeptiert sein", wir brauchen auch das "weibliche und männliche Begehren" und "einander Riechen und Schmecken - Können". Der intime Körperkontakt bietet Menschen die Möglichkeit, sich gegenseitig zu zeigen, was sie füreinander empfinden. Außerdem werden die Bindungsrezeptoren aktiviert, die das Zugehörigkeitsgefühl zum/r Partner/in verstärken. Dies widerum erhöht die Beziehungszufriedenheit beider Partner ungemein.

Wenn einer der Partner oder beide einen Leidensdruck empfinden, der sich belastend auf die Beziehung auswirkt, macht es Sinn zu schauen, ob und wie hier Abhilfe geschaffen werden kann.

Es gibt so viele unterschiedliche sexuelle Probleme, dass ich hier nur einige Beispiele anspreche. Der Begriff Störung ist für mich eher ein Begriff, den ich ungern einsetze, der sich aber auf Grund der Ausprägung des Symptoms nicht immer vermeiden läßt. Zeigt er doch zuweilen auch den Druck oder das Leiden des Paares auf.

Libidoverlust (Sexuelle Unlust), Sexsucht (gesteigertes Sexuelles Verlangen), Unterschiedliche sexuelle Wünsche und Bedürfnisse in der Beziehung, Vaginismus (Scheidenkrämpfe), Dyspareunie (Schmerzen beim Verkehr), Orgasmustörungen, Erektionsstörungen, Vorzeitiger Samenerguss, Sexuelle Probleme, die in Zusammenhang stehen mit psychischen und/oder körperlichen Erkrankungen, Außenbeziehungen. 

Ich kann Ihnen meine Unterstützung insofern anbieten, dass ich mit Ihnen erörtere, um welche Problemstellung es sich handelt und wie Sie bisher mit dieser Problematik umgegangen sind. Ich schaue mit Ihnen, welche Faktoren bisher wertvoll und hilfreich waren, und welche vielleicht nicht lösungsfördernd waren und sind. Weiter schaue ich auf Möglichkeiten, die sich Ihnen bisher noch nicht erschlossen haben, und rege an, diese unter Umständen einmal auszuprobieren. Das heißt, Sie machen möglicherweise auch konkrete körperliche Übungen, die ich im Gespräch anleite, und die Sie zu Hause gemeinsam als Paar praktizieren. Gerade körperliche Übungen können ein wichtiger Bestandteil der Sexualtherapie sein, deshalb ist hier eine gute Vor- und Nachbesprechung erforderlich. Ich werde selbstverständlich bei der praktischen Umsetzung der Übungen nicht anwesend sein.

Manchmal nutzen Paare den hier gegebenen geschützten Raum um miteinander zu besprechen, wie sie ihre Sexualität gestalten möchten. Wann, wo und wie oft sie Sex haben wollen und wieviel Zeit sie sich dafür nehmen. Wieviel Zärtlichkeit braucht es und wieviel Lust oder Leidenschaft soll da sein oder auch nicht? Gibt es Wünsche, von denen Sie nicht wissen, wie Sie diese dem/r Partner/in mitteilen können?

Wie gehen Sie mit Treue/Untreue innerhalb der Beziehung um? Viele Menschen wünschen sich Treue, aber genauso viele Menschen brechen sie auch. Glücklichen Paaren gelingt es relativ leicht, die Beziehung durch Lebendigkeit und gegenseitige Achtsamkeit und Wertschätzung vor Untreue weitestgehend zu schützen. Aber wie gelingt es dem Paar, wenn es "passiert ist" konstruktiv damit umzugehen? Ich gehe davon aus, dass "das Dritte" einem Paar passiert und nicht einem Teil des Paares. Es scheint mir fast immer ein Zusammenspiel zu sein. Oft erlebe ich in der Paartherapie, dass es "passiert ist", weil sich das Paar auseinander gelebt hat, sich nicht mehr gut im Blick hatte. Wichtig wäre hier, dass beide Partner sich ihr eigenes "Dazutun" anschauen, sich fragen, wie konnte es geschehen und was kann ich tun, dass es soweit nicht noch einmal kommt. Das Reizvolle an der Außenbeziehung ist in der Regel nícht die Sexualität, sondern das Gefühl begehrt zu sein, wieder gesehen zu werden, ernst genommen zu werden.

Erlebt ein Paar eine sexuelle Funktionsstörung wie zum Beispiel die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder eine Erektionsstörung, so werden in der Regel beide Partner verunsichert. Gemeinsam wird oft versucht das "Problem" nicht mehr aufkommen zu lassen, beide vermeiden möglicherweise den Körperkontakt unausgesprochen einvernehmlich und leiden still. Hilfreich könnte aber sein, diesem Leiden Ausdruck zu verleihen und diesem Leiden Worte zu geben, denn hier ist die Gefahr, das eine wesentliche Säule der Paarbeziehung in Mitleidenschaft gerät. Das Gespräch darüber, was und wie erlebt wird, macht im Paar Nähe und Vertrautheit möglich, diese wirken sich stabilisierend aus. 

Für Libidoverlust gibt es verschiedene Ursachen: Einmal die körperlich bedingten beispielsweise Hormonstörungen (Schilddrüsenunterfunktion, Testosteronmangel), Nebenwirkungen von Medikamenten, chronische Erkrankungen. Desweiteren gibt es auch psychische Ursachen für Libidostörungen wie beispielsweise Depression, Minderwertigkeitsgefühle, hoher Stress, traumatische Erfahrungen. Zuweilen führen auch andere sexuelle Störungen zum Nachlassen des sexuellen Verlangens. So schützt sich zum Beispiel ein Mann, der eine Erektionsstörungen hat möglicherweise vor der Peinlichkeit des Nicht-Funktionierens dadurch, dass er es gar nicht mehr dazu kommen lassen wird, indem er in Lustlosigkeit gerät.  Zeitweise kommt es auch vor, dass dies von der Partnerin übernommen wird, indem sie eine Unlust entwickelt aufgrund derer dann die Erektionsstörung nicht mehr auftreten wird. Soziale Ursachen sind in der Regel Partnerschaftskonflikte oder auch Existenzängste.